Wir kommen ueberraschend punktlich am Flughafen in Hanoi an. Ich habe keine Lust auf Quetschungen im Minibus und diemal darf's das Taxi sein. Wir wollen in die Halong Bay - eigentlich sind wir nur deswegen nach Nord-Vietnam abgebogen. Dazu muessen wir nach Haiphong und die Busse dorthin fahren irgendwo im Osten von Hanoi ab.
Der Taxifahrer spricht kein Wort Englisch und so sicher sind wir nicht ob er weiss wo wir hin wollen. Nach einer halben Stunde gestikuliert er wild und zeigt auf ein Gebaeude vor dem gerade ein Bus abfaehrt. Zufaellig ist das unserer. Ohne wirklich anzuhalten werden wir und unser Gepaeck verstaut und weiter geht's nach Haiphong.
Wie hier gefahren wird ist Irrsinn - und das ist eine glatte Untertreibung. So etwas habe ich noch nie erlebt und ich habe schon einiges gesehen. Bereits 15 Minuten reichen und ich habe kein Interesse daran irgendein Fahrzeug hier selbst auf einer der Schnellstrassen zu bewegen. Beispiel Fahrzeugbefestigung.

Im Unterschied zum Bangkoker Irrsinn bei dem die Fahrzeuge mehr stehen als fahren ist hier die moerderische Geschwindigkeit in der alles passiert das eigentliche Wunder.
Im Reisefuehrer stand: "Rechtsverkehr (meistens)" - das war kein Witz. Ebenso war der extra Abschnitt darueber wie man es als Fussgaenger schafft eine Strasse zu ueberqueren nicht uebertrieben.
Anders ist als zu hause - schon beim Starten hupt es. So viel Gehupe kann ich mir nur so erklaeren, dass die Hupe mit dem Gaspedal verbunden ist. Bloederweise weiss mann nicht mehr wer mit dem Hupen gemeint ist, es dreht sich eh keiner rum, und jeder faehrt so weiter wie er fahren wollte. Es ist auch egal ob man hier rechts oder links faehrt, mit viel Gehupe faehrt man so wie man es braucht. Ich dachte nie dass ich dass mal so schnell sagen wuerden, aber gegen Hanoi sieht der Times Square Menschenleer aus!
Haiphong ist mit 1,6 Mio EW keine Kleinstadt aber reisefuehrermaesig ein ziemlich leeres Blatt. Wir werden irgendwo im Tumult in der Naehe des Zentrums abgeladen. Ich fuehle mich sehr nach "Lost in Translation". Die ganz Asien-Erfahrung nutzt hier nichts. Keiner spricht ein Wort Englisch. Die Schilder sind zwar in unserer Schrift (ein Erbe der Franzosen) aber mit bis zu 3 Apostrophen pro Buchstabe auch nicht wirklich lesbar fuer uns.
Eine Taxifahrerin kennt dann mit Hilfe weiterer Locals das Hotel in unserem Reisefueherer und es geht weiter.
Inzwischen haben wir auch erste Bekanntschaft mit dem lokalen Essen gemacht - Suppe mit Einlage. (iiek!)
Am naechsten Morgen suchen wir das Schnellboot nach CatBa - die groesste und einzig bewohnte Insel in der Halong Bay und laut unserem Reisefuehrer besser auf Touri-Beduerftnisse eingestellt als Haiphong.
Es klappt alles wie am Schnuerchen - auch ohne Sprache. Wir haben ab jetzt immer Zettel und Stift dabei und das reicht fuer die Angabe von Abfahrtszeiten und Preisen.
Dort angekommen grossen Ueberraschung - das sieht nicht aus wie Asien...eher wie Portugal.

