Wir haben 4 -5 Tage Bounty Island gebucht. Da wird man mit dem Boot abgeholt und das letzte Stueck geht es mit dem Glasbodenboot ueber's Riff. Das Wasser ist super-klar, das macht Lust auf Schnorcheln.

Hier gefaellt's uns gleich viel besser als auf Mana Island. Weniger Regeln. Beim Essen ist noch alles da, auch wenn man 10 Minuten zu spaet kommt. Die Anlage, das Zimmer, das Essen, auch das Publikum ist besser. Kostet zwar eine Stange mehr als das andere Hotel, aber man goennt sich ja sonst nichts ;-)
Ein Gang rund um unser neues Insel-Paradies dauert 15-20 Minuten. Wir haben wieder Aircon und Moskitonetz d.h. weder Moskito oder die Morgenhitze wird unser Schlaf stoeren. Im letzten Hotel gab es Strom nur bis um 6 Uhr morgens, dann fiel der Ventilator aus und kurz danach war es so warm dass man nicht mehr weiter schlafen konnte. Wasser gab es dafuer nur bis Mitternacht - nix mit Duschen nach einem naechtlichen Schwimmausflug in die Bucht.

Natuerlich gibt es hier auch wieder einen Tauchshop mit Schule. Gibt es einen schoeneren Ort um Tauchen zu lernen als auf einer Suedseeinsel in glasklarem, bieslwarmem Wasser? Wohl kaum. Auf diese Weise ueberzeugt versucht Alina es nach dem Debakel in Indonesien letztes Jahr nun ein zweites Mal. Da am ersten Tag keine andere Schueler da sind hat sie Einzelunterricht und der Tauchlehrer Mick ist ihr viel sympatischer als der letzte. Gleich mal die erste Lektion im Hotelpool.


Ich haenge in der Zeit an der Poolbar ab und dokumetiere alles fuer die Nachwelt. Die Poolstunde ist eigentlich nur zur Wiederholung gedacht, noch lacht sie...


Drei Stunden spaeter nach Ende der Lektionen lacht sie immer noch - das war letztes Mal anders.


Bounty Island 2.Tag
Hai-light
Programmaenderung - statt einer weiteren Lektion im Swimming-Pool soll es heute direkt raus ins tiefe Wasser gehen. Alina wird leicht blass - 12 Meter sind angesagt da bekommt sie erstmal Magenkreampfe, das ist ihr ein wenig zu tief. Fun-Dive nennt sich das. Einfach nur Tauchen ohne irgendwelche bloeden Uebungen.

Tauchgang vom Boot aus heisst hier Rolle rueckwaerts ins Wasser. Das Boot ist zu kleine fuer andere Methoden samt Ausruestung zu Wasser zu kommen. Ein mentales Problem. Alina denkt an ihren Bungee-Sprung und laesst sich fallen. *platsch* Der Tauchlehrer hat einen weiteren Anfaenger dabei, daher tauche ich zur moralischen Unterstuetzung auch mit. So hat Alina immer jemand der zu 100% auf sie aufpassen kann. Ist aber ueberhaupt nicht notwendig. Nach den ueblichen Problemen aller Anfaenger (Druckausgleich und Tarierung) wird es dann auch ein Fun-Dive. Gleich zu Anfang ein Hai-Light. Ein mittelgrosser Weissspitzenriffhai wohnt hier und zieht vor uns seine Kreise. Unverschaemtes Glueck sag ich mal, gleich beim ersten Tauchgang einen Hai zu sehen. Andere brauchen dafuer zig Tauchgaenge. Alina fuerchtet sich auch gar nicht, weil der Hai nur so gross ist wie sie selbst.
Ich fand es echt super, mein erster Tachgang voll mit Papagaifischen, Nemos, fette Seesterne und dem Hai. Ich habe zwar schon vieles davon beim Schnorcheln gesehen, aber beim Tauchen ist es voellig anders. Das letzte Mal in Indonesien hatte ich Alptraeume vor dem tiefen Dive. Diesmal keine Alptraeume aber viel Spass. Romantisch ist es auch, haendchenhaltend tauchen.
Heute kamen zwei weitere Tauchanfaengerinnen dazu. Im Pool gab es nochmal einen Tauchgang. Uebungen wurden wiederholt. Ich konnte sehen wie die beiden Maedels bei Maske abnehmen unter Wasser die selben panischen Grimmassen machten wie ich. Da ich Zeit hatte, habe ich die Maske ab, Maske wieder drauf, Maske unter Wasser ausblasen, tarieren usw geuebt - immer und immer wieder. Mick der Tauchlehrer war so zufrieden, ich musste die meisten Sachen gar nicht wiederholen.
Abends Theorie *baehhh* 5 Kapitel muss man zuerst alleine, dann mit dem Tauchlehrer durchgehen. Dann gibt es noch einen schriftlichen Test. Thomas hat mir die Cocktails gestrichen es gibt nur was nach einem fertigen Kapitel. *grmpf*

Diesmal gibt es die Theorie nur auf englisch. In diesen "Urlaub" habe ich auch mehrere englische Buecher gelesen aber alles easy beach reading - leichte Kost. Das Tauchbuch hat schwierige technische sogar medizinische Begriffe, Thomas uebersetzt wo es sein muss.
3.Tag Bounty
Wieder eine Poolsession aber ohne mich, da Mike zufrieden mit meinen Leistungen ist. Also geht es ins Meer, die Uebungen muessen in 8 Meter Tiefe wiederholt werden. Ich werde kurz panisch beim Maske abnehmen, aber ich habe es hinbekommen. Thomas hat viel Zeit er sonnt sich nonstop.

Abends wieder lernen fuer mich. Ich bin so muede, falle nach dem Essen direkt ins Bett. Von den Nachtaktiviteaten an der Bar hier bekommen wir beide nichts mit.
4.Tag Bounty
Desaster!
Der Tag fing irgendwie schon seltsam an. Beim morgendlichen Spaziergang um die Insel habe ich Muscheln gesammelt, ein paar Bilder geschossen


und bin auf die Schnauze geflogen. Auf der anderen Seite der Insel ist ein Teil mit Steinplatten bedeckt, bei Flut sind diese unter Wasser, bei Ebbe sehr rutschig. Beim Bewundern der schoenen Insel machte es platsch und ich bin seitlich auf die besagten Steinplatten geknallt. AUA!. Seit unseren Campertagen plagen mich Schulterschmerzen. Seit dem Sturz sind diese verstaerkt wieder da. Ich komme daher zu spaet zur Theoriestunde. Es gibt heute zwei Tauchgaenge. Thomas kommt zur moralischen Unterstuetzung mit. Der erste Tauchgang ist furchtbar. Ich habe Pobleme mit dem Druckausgleich im Ohr und puste wie eine Irre durch die Nase, hoere Gerausche die ich vorher nicht gehoert habe und bin der festen Meinung mit der Ausruestung stimmt was nicht. Atmen geht auch nicht so gut wie gestern, Mike stellt mir den Regulator beser ein. Beim Maske durchfluten und ausblasen bekomme ich Salzwasser in die Nase. Maske ganz ausziehen verweigere ich. Egal, heute Nachmittag werden wir noch mal tauchen und es wiederholen. Obwohl alles scheisse ist, bleibe ich aber unten und mache wenigstens alle anderen Uebungen.
Der Nachmittagstauchgang wurde noch schlimmer als der Morgentauchgang. Jetzt traue ich mich das mit der Maske gar nicht mehr. Ich soll es an der Oberflaeche versuchen. Das wird ein Krampf. Unter Wasser schaffe ich es noch gerade so ein paar Uebungen zu machen, bekomme staendig Wasser in die Nase und kaempfe Unterwasser die ganze Zeit mit der Ausruestung. Meine Nase ist ganz wund von den Druckausgleichversuchen, ich bin total verkrampft. Die Selbstsicherheit von gestern ist weg, nur wohin?
Abends gehe ich mit Maske und Schnorchel in den Pool und uebe alles in Ruhe.


Siehe da, es geht wieder. Im Meer mache ich im flachen Wasser zwei Versuche klappt auch. Augen, Nase, Lippen sind ganz wund und brennen im Meerwasser daher bleibt bei den zwei Versuchen. Mick und Thomas bauen mich auf, nachdem sie sich ueber mich und meine Fragen lustig gemacht haben. Merke ich ein Mask Squeeze? Woher soll ich sowas auch wissen? Durch das Gespraech lerne ich viel zu den Geraeuschen und Equipment. Mike ist der Regulatorschlauch an seiner Flasche 10min vor dem Tauchgang geplatzt. Er sagte wenn es unter Wasser passiert waere, weare er zu mir gekommen um von mir Luft zu bekommen. Wir mussten dann rumscherzen und ich sagte ihm ich waere vermutlich weggeschwommen damit er nicht in meiner Naehe explodiert! Wir haben viel gelacht, ich bin etwas entspannter. Morgen ist der letzte Tag an dem ich die fehlende Uebung (die Maske abnehmen) machen kann. Die Theorie koennte ich noch uebermorgen machen, aber den praktischen Teil nicht mehr, da wir abends fliegen. Zwischen letztem Tauchgang und Flug muessen 18 Stunden liegen. d.h. morgen Maske abnehmen oder nie denn ohne bestehe ich den Kurs nicht, der Druck ist gross.
Die Abendunterhaltung

geniesse ich kaum, ich verstehe einfach nicht warum gestern alles geklappt hat, und ich heute total Bammel hatte. Es wird trotz allem ein lustiger Abend zu dritt. Mick, und Thomas erzaehlen Witze. Ich bin nicht seine schrecklichste Schuelerin. Als ich hoere wie panisch andere sind, war ich gar nicht mal so uebel. Thomas und Mick berichten was die anderen zwei Tauchschuelerinnen unter Wasser veranstaltet haben. Ich konnte es nicht sehen, da ich die ganze Zeit mit dem Equipment gekaempft habe. Auch die anderen Maedels hatten so ihre Probleme.
5.Tag Bounty
Theorie und Praxis
Der Tag beginnt viel besser. Mittags gibts den Test. Von 50 Fragen habe ich 47 richtig nur 3 falsch. Waeren die Fragen auf deutsch gewesen haette ich diese nicht falsch gehabt. Die irischen Maedels, gerade aus der Schule raus, englisch als Muttersprache, haben sogar fleissiger gelernt als ich und haben trotzdem viel mehr Fragen falsch beantwortet. Das gibt mir einen Kick fuer den Tauchgang.
Als erstes muss ich natuerlich die Maske machen, alles andere habe ich schon bestanden. Ich mache es 2 mal zwar flott aber nicht panisch und Mick gibt nach dem ueblichen Unterwasser "High Five" auch noch ein kleines Jubel Taenzchen. Da tanze ich Unterwasser gleich mit, und jetzt ist Fun Dive angesagt. Thomas ist super zufrieden. Ich habe auch keine Probleme mehr mit den Geraeuschen, der Maske, dem Regulator. Ein paar Mal musste ich die Maske festhalten, aber nur weil ich so lachen musste. Mike und Thomas machen nur Unsinn Unterwasser. Es werden Seegurken ausgedrueckt, die spruehen klebrige Faeden aus, eine orangene Seegurke wird rumgereicht (iiek!). Seegurken sehen wie ein Haufen Sch*** aus, nur viel groesser. Eines der Maedels ist total angewidert und will nichts anfassen. Zurueck angekommen gibt es erstmal Jubelfotos.
Jetzt kann die Abendveranstaltung beginnen. Hier wird jeden Abend fleissig gesungen, fuer die neuen und die die am naechsten Tag fahren. Obwohl wir uns das jeden Abend anhoeren ist es jeden Abend wieder schoen.

Auch Mick hat ab morgen Urlaub und da keiner von uns morgen tauchen muss, wird es mit Cocktails, Bier und Rum feuchtfroehlich. Irgendwann versucht mich Mick zu ueberzeugen dass ich auch Tauchlehrer machen soll, da ich eh kein Job habe wenn ich wieder da bin. Schnapsidee! Dass lassen wir lieber Mal. Ich wurde zu den Anfaengern sagen: "Was dass findest du schlimm? Warte bis du erst die Maske bei 12m abnehmen muss, dass ist der reinste Horror!"

6 Tag. Bounty
Bye Fidschi
Morgens sage ich zu Mick: "Guess what? I am a diver!" Antwort: "Oh No! Who on earth would certify you? " *gg* ;-D
Jetzt ist es offiziell ich erhalte mein Tauch Logbuch und darf die ersten Eintragungen machen. Juhuu!
Negativ heute, das Wetter ist umgeschlagen, bewoelkt, heftige Windboeen, es sieht fast so aus als ob ein Sturm aufkommt. Das kleine Boot fuer die Tauchgaenge ist bereits gesunken.

Die Wellen sind hoch und wir sind nicht sicher ob das Boot fahren wird, wir muessen heute rueber dem um 21:30 geht der Flieger! Nach Hawaii! Diese Art von Spannung in letzter Minute koennen wir jetzt gar nicht brauchen. Ob wir heute frueh wie geplant in Hawaii landen werden wir berichten wenn wir wieder Internet haben. Aloha!